Faszination Stillleben- 8 Tipps, zur Tabletop-Fotografie

Stillleben sind langweilig?

 

Bekannte Fotografen, die sich der Stilllebenfotografie verschrieben haben, wie Adolph de Meyer, Edward Weston oder Irving Penn sahen das anders! Zu Recht! Denn die Stillleben Fotografie oder auch Tabletop Fotografie, wie man sie heute nennt, hat ihre ganz eigene Faszination und ist aus Sparten wie der Produkt- und Lebensmittelfotografie nicht mehr wegzudenken.

 

Den Reiz an der Stilllebenfotografie macht das Spiel mit dem Bildaufbau und der Beleuchtung aus. Während in anderen Bereichen der Fotografie die Motive vorgegeben sind, werden einem in dieser Sparte unendlich viele Entfaltungs- und Gestaltungsmöglichkeiten offeriert. (Aufstellung und Anordnung des Arrangements, Licht und Zutaten). Als Motive eignen sich Obst, einer Vase mit Blumen und anderen unbewegliche Gegenstände, die sich im Haushalt finden lassen.

 

Stillleben eigenen sich besonders für Fotoanfänger, denn es benötigt kein Fotostudio und kein ungeduldiges Model erschwert einem die Arbeit! Was es dabei zu beachten gilt und wie leicht es ist ein unbewegtes Motiv zu schön fotografieren lest ihr hier:

  1. Spiel mit dem Licht

  2. Start simple - Einfache Kombinationen

  3. Abwechslungsreicher Hintergrund

  4. Equipment  - must have

  5. Manueller Fokus

  6. Weißabgleich

  7. Experimentieren

  8. Schärfentiefe

 

Start simple - Einfache Kombinationen

 

 

In jedem Zuhause gibt es zahlreiche und spannende Motive, um sie zu finden, muss man sich nur einmal in Ruhe umschauen. Meist sind es die einfachen Arrangements, die eine starke Wirkung erzielen. Auch Gegenstände, die man so normalerweise nicht in dieser Anordnung finden würde, lohnen oft den Auslöser zu drücken! Wenn die Zusammenstellungen auf den Fotos zu Anfang noch nicht so harmonisch wirken wie gewünscht, nicht verzweifeln! Alles braucht seine Zeit und nach und nach wird sich das Gefühl dafür wie man Alltagsgegenstände in etwas Magisches verwandeln kann einfinden.

 

 

Abwechslungsreicher Hintergrund

 

 

Auch ein kleiner Tisch kann durchaus als Hintergrund dienen, wenn man von einem höher gelegenen Blickwinkel aus fotografiert. Er hat den Vorteil, dass man ihn leicht und schnell an verschiedenen Orten aufstellen kann, um so unterschiedliche Lichteffekte zu erzielen. Schon die kleinste Verschiebung eines Gegenstandes oder ein Ortswechsel können einen großen Unterschied erzielen.

 

Ein einfaches Tuch, Stück Stoff oder aber auch bunte Pappe könne hier ebenfalls Abwechslung bieten. Soll die Aufnahme aus einem niedrigeren Winkel erfolgen, kann die Pappe hier den teuren Fototisch ersetzen!Einfach hinter dem Objekt im schrägen Winkel gegen ein paar Bücher gestützt kann so der Infinity Effekt (es entsteht aufgrund fehlender Kanten der Eindruck von Unendlichkeit) eingesetzt werden.

 

Soll das Foto später bearbeitet und vielleicht freigestellt werden, ist hier auf die richtige Hintergrundwahl zu achten und entsprechend zu wählen! Einfach drauflos experimentieren. Verschieben, drehen, kippen – alles ist erlaubt, beim Thema Stillleben ist der Kreativität keine Grenze gesetzt!

 

Spiel mit dem Licht

 

 

Auch wenn die Verlockung groß und der eingebaute Blitz nicht fern ist, bietet dieser doch nur eine geringe Streuung und nimmt dem Stillleben die Tiefe und nimmt ihm so seine Atmosphäre. Ein externer Blitz, der variabel einsetzbar ist, bietet sich mehr an. Denn hier gilt:

 

Ein sorgfältig ausbalanciertes Blitzlicht verbessert die Stilllebenaufnahme.

 

Kommt das Licht nur aus einer Richtung, erscheint das Motiv schnell eindimensional und flach, ein schönes Foto überzeugt mit einer guten Schärfe, einem guten Bildaufbau und einer großartigen Lichtstimmung. Neben dem Tageslicht sollte hier noch eine weitere Lichtquelle genutzt werden! In Kombination mit Softbox und Reflektoren, die beispielsweise an die Decke gerichtet werden, kommt das Stillleben erst richtig zur Geltung.

 

Eine günstige Tageslichtleuchte, aus dem Baumarkt eignet sich ebenso wie ein Reflektor aus einer einfachen Styroporplatte. Das Spiel mit Licht und Schatten ist nicht schwerer als der mit Motiven und Hintergrund und auch hier gilt – ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren!

 

 

Equipment

 

 

  1. Stativ - Grundvoraussetzung für Stillfotografie.

  2. Objektiv - im 50-mm-Bereich um eine natürliche Bildwirkung ohne Verzerrungen zu erwirken.

  3. Fernauslöser – im Idealfall vorhanden.

  4. Licht – es muss nicht immer die aufwendige Studioanlage sein, zwei etwas stärken Tageslicht- oder Energiesparlampe verhelfen ebenso zu einem tollen Ergebnis.

  5. Brennweite - hier lassen sich mit einer Brennweite von 30 bis 40 mm verzerrte Proportionen vermeiden.

  6. Standardobjektiv – die Brennweite sollte sich variieren lassen.

Manueller Fokus

 

 

Für ein möglichst scharfes Bild sollte die Feinabstimmung am Besten über den manuellen Fokus erfolgen! Das gibt Kontrolle über das Bildmotiv und ist zugleich eine tolle Übung um beliebten vom IA und P Modus wegzukommen! 

 

Weißabgleich

 

 

Die Farbe des Lichts ist abhängig von der Lichtquelle, bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist das Licht wärmer, was durch den erhöhten Rotanteil kommt. Gegen Mittag, an bewölkten Tagen oder im Schatten erscheint es dagegen kühler, dies ist den erhöhten Blauanteilen zuzuschreiben. Künstliches Licht z. B. das von Glühbirnen wirkt orange, wo hingegen das von Leuchtstoffröhren grünlich erscheint. 

 

Die Augen passen sich automatisch an die verschiedenen Farbtemperaturen an, Gleiches gilt auch für den AWB (Auto White Balance) Modus der Kamera. Bietet die Kamera die Möglichkeit des manuellen Weißabgleiches, dann sollte man dies auch nutzen. Diese Funktion ermöglicht es die Farbabstimmung der Fotos zu steuern und so Farbabweichungen zu verhindert, indem man die Lichtverhältnisse neutralisiert.

 

Einfach mal zum Vergleich ein paar Fotos mit unterschiedlichen Weißabgleicheinstellungen machen und Vergleichen, womit man die besten Ergebnisse erzielt. 

 

Schärfentiefe

 

 

Eine ebenfalls wichtige Komponente der Stillleben Fotografie ist die Schärfentiefe, sie verhilft dem Bild ebenfalls zu, Leben. Der Abstand zum Objekt beeinflusst die Schärfentiefe und schränkt so ein oder erweitert diese. Bei der typischen Stillleben Fotografie hält man die Kamera relativ nah ans Motiv und schränkt die Schärfentiefe somit ein. 

 

Experimentieren

 

 

Ob Blitz, Bildserie oder Winkel – es geht nichts über das Experimentieren! Der passende Winkel verleiht dem Foto leben, denn frontal wirkt oft langweilig, zu steil lässt Details verschwinden. Am besten auch hier wieder einfach los experimentieren. Mehr als ein weinig Zeit, Geduld und Speicherplatz muss man nicht investieren. Und auch einfach mal nicht das zu tun, was in Lehrbücher gepredigt wird, kann weiter bringen! Denn probieren geht über studieren und die Praxis ist immer noch die beste Übung!

 

Alltagsgegenstände in faszinierende Bilder verwandeln, indem man reflektierende Dinge aus Glas oder Metall fotografiert, oder das ganze vor verschiedenen Hintergründen ablichtet! Auch das Spielen mit Wassertropfen oder kontrastreichen Farben kann zu spannende Kombinationen und somit tollen Bildern führen! Überall gibt es interessante Objekte, die es sich zu fotografieren lohnt, man muss sich nur umschauen und aufmerksam sein!

 

Viel Spaß und eine Menge Erfolg beim Ausprobieren 

Allzeit gutes Licht!

 

Eure Nicole Sommer von LICHTUNDSOMMER Fotografie


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